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KI- Ein Modell von Ungleichheit?

Blog 08. Juli 2026

Wir stellen täglich Anfragen an Künstliche Intelligenzen (KI), gestalten unser Leben damit einfacher und man könnte denken, dass es unser Leben schneller macht, was jedoch nicht der beschleunigten Gesellschaft entspräche. Wer sich mit KI beschäftigt, muss sich zwanghaft Daten stellen. Daten sind vielseitig – so ist zumindest der erste Eindruck – was hinterbleibt ist jedoch, dass Daten durch eine ungleiche Gesellschaft ebenfalls ungleich sein können. Für einen täglichen Gebrauch ist eine Auseinandersetzung mit diesem Problem unabdingbar.

Auf KI-basierte Entscheidungssysteme analysieren Daten und treffen automatisierte oder teilautomatisierte Entscheidungen bei der Auswahl von Bewerbern oder Kreditvergaben und hat theoretisch keine (menschlichen) Vorurteile. Da historische Daten aufgrund der gesellschaftlichen Wandel nicht immer neutral waren, ergeben sich diese Ungleichheiten ebenfalls in den Algorithmen, die auf diesen Daten basieren. Die Benachteiligung von Personengruppen zieht sich also durch die Historie (vgl. Mosene 2025). Unter diesen Umständen leidet auch das Vertrauen der Menschen darin, KI sei unvoreingenommen. 2024 vertrauen in Deutschland nur 48% der befragten Personen darauf, dass KI nicht diskriminiert. Der globale Durchschnitt liegt bei 54% (vgl. Ipsos 2024).

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Ringvorlesung: Krieg beginnt nicht erst an der Front – 13. August 2026 - 18 Uhr

Blog 06. Juli 2026

Strategie, Resilienz und Führung in Zeiten entgrenzter Konflikte
Moderne Konflikte verändern ihr Gesicht. Krieg wird heute nicht mehr allein auf klassischen Schlachtfeldern geführt, sondern zunehmend gegen kritische Infrastruktur, Informationsräume, Lieferketten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt selbst. Die Trennung zwischen Front und Heimat beginnt sich aufzulösen. Ausgehend von persönlichen Einsatzerfahrungen sowie aktuellen Entwicklungen – von Afghanistan über den Krieg in der Ukraine bis zu den 
Spannungen im Nahen und Mittleren Osten – analysiert der Vorsitzende des Mitteldeutschen Instituts für Sicherheitsindustrie e. V., Generalmajor a. D. Dipl.-Päd. Markus Kurczyk, die sicherheitspolitischen Herausforderungen einer Welt wachsender Unsicherheit. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen von Führung, strategischer Kultur, gesellschaftlicher Resilienz und der Fähigkeit demokratischer Gesellschaften, unter Druck handlungsfähig zu bleiben. Der Vortrag verbindet sicherheitspolitische Analyse mit Überlegungen zu Wertefundament, Führung, Verantwortung und gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit. Dabei geht es nicht nur um militärische Fähigkeiten, sondern um die grundlegende Frage, wie freiheitliche Gesellschaften in Zeiten hybrider Bedrohungen Stabilität, Orientierung und strategische Ausdauer bewahren können. 

 

Wir freuen uns auf Sie! Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Plätze aber begrenzt. Daher bitten wir Sie, sich für die Ringvorlesung hier zu registrieren: 

https://das-studium.de/start-de/ringvorlesung

Systemisches Coaching: Ein Ansatz zur individuellen Entwicklung in komplexen Lebens- und Arbeitskontexten

Blog 11. März 2026

Seit 2021 Dozent an der Otto-von-Guericke Business School im MBA-Wirtschaftspsychologie und betreue die Themen Kommunikationspsychologie sowie Führungskompetenz. Wie lernen Menschen wirklich? Und was brauchen sie, um sich nachhaltig weiterzuentwickeln? Diese Fragen begleiten mich seit vielen Jahren. Ob in der Wissenschaft, in internationalen Projekten oder in der Personal- und Organisationsentwicklung. Mit der Arbeit im Systemischen Coaching eröffnet sich eine neue Perspektive, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten.

Systemisches Coaching hat sich in den letzten Jahren als professionelles Verfahren etabliert, das individuelle Entwicklungsprozesse in komplexen sozialen und beruflichen Kontexten, wie der Führungskräfteentwicklung wirksam unterstützt. Es entfaltet seine Wirkung besonders dann, wenn Menschen in Situationen stehen, in denen gewohnte Bewältigungsstrategien nicht mehr greifen. Andererseits ist jedoch anzumerken, dass die Begriffe „Systemisch“ und „Coaching“ mit allerlei Beratungs-, Trainings- oder Motivationsformaten vermischt, oftmals sehr breit und unspezifisch genutzt und teils als reine „Modebegriffe“ deklariert werden. Umso wichtiger ist es, Systemisches Coaching als eigenständiges, theoretisch fundiertes Verfahren, seine spezifischen Qualitätsmerkmale und die professionelle Basis kenntlich zu machen.

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Kuchen, Pizza und Verhandlungsanalyse

Blog 26. Februar 2026

Menschen verhandeln ständig. Zum Beispiel beim Kauf einer Immobilie, bei der Festlegung von Lieferkonditionen, der Ausgestaltung von Arbeitsverträgen oder bei Scheidungen. Manchmal werden diese Verhandlungen als einfach wahrgenommen, gerade dann, wenn die Gespräche angenehm verlaufen, Argumente verfangen und eine Einigung schnell erzielt wird. Andere Verhandlungen hingegen werden als schwierig empfunden. Die Verhandlungssituation ist komplex, es fehlen Informationen und die Gegenseite geht nicht auf Forderungen ein. Die Verhandlung stockt. Die Argumentationen drehen sich im Kreis. Die Beteiligten sind angespannt. Es macht sich Unsicherheit und Überforderung breit. Am Ende scheitert die Verhandlung oder man einigt man sich auf einen Kompromiss, bei dem unklar ist, ob man ihn gut finden soll. Kommt Ihnen das bekannt vor? Solche Verhandlungsverläufe sind zutiefst unbefriedigend, besonders dann, wenn viel auf dem Spiel steht - oder anders ausgedrückt – wenn viel auf dem Verhandlungstisch liegt. Aber was kann man in solchen Situationen tun? Wie kann man das, was auf dem Verhandlungstisch liegt, sichtbar und greifbar machen? Wie kann man es gestaltbar machen? Wie kann man sicherstellen, dass es im Sinne einer Win-Win-Lösung fair verteilt wird?

Zunächst erst einmal vorweg: Das, was in Verhandlungen auf dem Tisch liegt, nennt man nicht nur umgangssprachlich, sondern auch in der Wissenschaft den Verhandlungskuchen. Und grundsätzlich geht es in Verhandlungen um die Verteilung dieses Kuchens zwischen den Verhandlungsparteien. Für viele Menschen ist der Verhandlungskuchen häufig nur schwer oder gar nicht erkennbar.

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Ist zwischenmenschliche Interaktion lediglich ein Theaterstück?

Blog 29. Januar 2026

Die Psychologie betrachtet den einzelnen Menschen und sein Verhalten, während die Soziologie gesellschaftliche Strukturen und Prozesse versteht. Mit einem soziologischen Blick werden also die einzelnen Individuen und ihr Verhalten in einer gesellschaftlichen Gruppe analysiert. Dabei kommt die Frage auf, warum sich der Mensch in verschiedenen Situationen oft anders verhält. Die Arbeit erfordert beispielsweise eine andere soziale Rolle als das Familienleben. 

Bereits 1956 beschrieb dazu der Soziologie Erving Goffman das Leben als ein Theaterstück, wo Personen sich selbst in sozialen Situationen inszenieren. Diese Theorie lässt sich dem symbolischen Interaktionismus zuordnen. Dabei geht es um soziologisches Handeln auf Mikroebene, die das Handeln von Individuen im Alltag in den Vordergrund stellt. Es wird davon ausgegangen, dass die Wirklichkeit der sozialen Situation nicht objektiv gegeben ist, sondern durch Interaktionen, wie durch Symbole und Sprache, konstruiert wird. Daher handelt der Mensch nicht reaktiv, sondern schreibt der Sprache und den Symbolen eine Bedeutung zu, die die Grundlage durch Kommunikation bilden (vgl. Wickert 2025a).  Den Grundstein für soziale Rollen und den damit einhergehenden symbolischen Interaktionismus legte George Herbert Mead, der den Punkt vertrat, dass Identität durch Interaktion entstehe und nicht im Bewusstsein verankert ist. Er definiert das Selbst ("Self") nicht als angeboren oder gegeben, sondern als ein durch soziale Interaktionen entstehendes Wesen, welches erst durch die Übernahme von Rollen und der Fähigkeit zur Reflexivität, also sich selbst aus der Perspektive anderer zu betrachten, entsteht. Dazu werden auch das "Me" and "I" unterschieden. Das "Me" ist der Teil, bei dem das Individuum dir Erwartungen an seine Rolle übernommen hat, während das "I" den kreativen Teil darstellt, der auf diese gesellschaftlichen Normen reagiert und sie infrage stellt.

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